Als Brenden Tervo-Clemmens im Bereich Sonderpädagogik arbeitete, erkannte er, dass Forschung uns helfen kann zu verstehen, warum manche Kinder Schwierigkeiten haben und wie wir sie besser unterstützen können. Heute erforscht er die jugendliches GehirnZiel ist es, das Lernen, die psychische Gesundheit und die Entwicklung junger Menschen zu verbessern. Aisha Schnellmann berichtet.  

Aisha Schnellmann: Welche Fragen untersuchen Sie in Ihrer Forschung zur Gehirnentwicklung im Jugendalter? 
Brenden Tervo-Clemmens: Die Adoleszenz ist ein sensible Zeit zum Lernen, zur sozial-emotionalen Entwicklung und zum Aufbau wichtiger Beziehungen – und es kann auch eine Zeit großer Herausforderungen sein. Indem wir verstehen, wie sich das Gehirn während der Adoleszenz verändert und wie diese Veränderungen mit Kognition und psychische GesundheitIch möchte mehr darüber erfahren, warum manche Jugendliche mehr Schwierigkeiten haben als andere. Konkret untersuche ich, wie sich die Gehirnfunktionen einzelner Jugendlicher im Laufe des Tages verändern. Dies hilft uns zu verstehen, was typisch für Jugendliche im Allgemeinen ist, aber auch, was jeden Einzelnen auszeichnet und wie sich dies auf seine täglichen Erfahrungen auswirkt. Mein Ziel ist es, dieses Wissen zu nutzen, um junge Menschen in ihrer Lernentwicklung, ihrer psychischen Gesundheit und ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen.  

„Die Adoleszenz ist eine sensible Zeit Es dient dem Lernen, der sozial-emotionalen Entwicklung und dem Aufbau wichtiger Beziehungen – und kann auch eine Zeit bedeutender Herausforderungen sein.“

WIE: Was hat Sie zu diesem Bereich hingezogen? 
BTC: Bevor ich Forschungswissenschaftlerin wurde, arbeitete ich als Verhaltensspezialistin in einem Förderprogramm für Jugendliche. Durch Zufall kam ich in den Genuss, ein Forschungsteam einer örtlichen Universität bei einer Studie zu Verhaltensauffälligkeiten, Anwesenheit im Unterricht und Lernerfolg an unserer Schule zu unterstützen. Diese Erfahrung verdeutlichte mir die Bedeutung der Forschung für die Beantwortung der Frage, warum manche Kinder Schwierigkeiten haben und wie wir sie besser fördern können. Das inspirierte mich zu einer Karriere, in der ich durch die Erforschung der Jugendentwicklung einen Beitrag leisten kann.  

WIE: Wie wird Ihre Forschung Jugendlichen innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers helfen? 
BTC: Wir möchten verstehen, wie sich das Lernen in der Adoleszenz optimieren lässt und wie wir bessere Bildungspraktiken und -richtlinien entwickeln können. Die Adoleszenz ist eine entscheidende Entwicklungsphase, die im Gegensatz zur frühen Kindheit oft vernachlässigt wird. Maßgeschneiderte kognitive und pädagogische Interventionen können in der Jugend einen großen Unterschied machen.  

„Maßgeschneiderte kognitive und pädagogische Interventionen können in der Jugendzeit einen großen Unterschied machen.“

Indem wir uns auf die Veränderungen der alltäglichen Gehirnfunktionen von Teenagern konzentrieren, verknüpfen wir in unserer Arbeit die Bildgebung des Gehirns direkt mit realen Lebenserfahrungen – beispielsweise dem Unterricht. Wir gehen über standardisierte Ansätze hinaus und entwickeln personalisierte, dynamische Modelle der Gehirnfunktionen und des Lernens im Jugendalter. Dies ist besonders wichtig, da junge Menschen zunehmendem psychischen, schulischen und sozialen Druck ausgesetzt sind. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Instrumente zu entwickeln, um individuelle Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und so rechtzeitige Interventionen zu ermöglichen. Belastbarkeit aufbauen während dieser wichtigen Lebensphase.  

WIE: Wie hat sich Ihre Forschung im Laufe der Zeit verändert? 
BTC: Zu Beginn meiner Karriere konzentrierte ich mich hauptsächlich auf individuelle Unterschiede, um zu verstehen, warum manche Jugendliche Lern- oder psychische Probleme haben, während andere keine Probleme damit haben. Durch die direkte Arbeit mit Jugendlichen und die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus klinischen, pädagogischen und entwicklungspsychologischen Bereichen wurde mir jedoch bewusst, wie sehr sich jeder Mensch im Laufe der Zeit verändert. Dies führte mich zu Forschungsarbeiten, die die Komplexität des realen Lebens besser widerspiegeln. In letzter Zeit widme ich mich vor allem der Entwicklung personalisierterer und präziserer Studien zu Gehirn und Verhalten, um zu verstehen, was einen Teenager im Laufe der Zeit und in verschiedenen Lebenssituationen einzigartig macht.   

WIE: Welche Ideen möchten Sie als Nächstes am liebsten umsetzen? 
BTC: Meine Studierenden und ich interessieren uns für viele neue Forschungsfragen! Ein aufkommendes Thema ist, wie Schlafstörungen Auch andere Tagesrhythmen prägen die Hirnschaltkreise, die Stimmung, Aufmerksamkeit und Lernen während der Adoleszenz steuern. Wir interessieren uns insbesondere dafür, wie sich diese kurzfristigen, physiologischen Veränderungen der Hirnfunktion im Laufe der Zeit akkumulieren und mit längerfristigen Entwicklungspfaden über Monate und Jahre hinweg interagieren.  

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Fußnoten

Brenden Tervo-Clemmens ist Assistenzprofessor am Masonic Institute for the Developing Brain und am Department of Psychiatry & Behavioral Sciences der University of Minnesota. Sein Labor (TC Lab) erforscht die Neuroentwicklung exekutiver Funktionen (zielgerichtete Kognition) bei Jugendlichen in normativen und klinischen Populationen. Der Fokus liegt dabei auf der Nutzung fortschrittlicher funktioneller Bildgebungsverfahren und Echtzeit-Phänotypisierung, um individuelle Gehirn-Verhaltens-Muster zu verstehen. Zur Unterstützung dieser Ziele betreibt das TC Lab zudem methodische Forschung zur Evaluierung und Verbesserung der Reproduzierbarkeit und letztlich des klinischen und politischen Nutzens von Studien zur Neuroentwicklung. Brenden ist von 2025 bis 2027 als Assistenzprofessor tätig. Jacobs Foundation Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Brendens Website .

Dieses Interview wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit bearbeitet.