Erfassung von Lerndaten
Welche potenziellen Vorteile bietet die Erfassung detaillierter Lernerdaten?
The collection and analysis of individual data may one day lead to benefits for teaching and learning in the form of education that is specifically adapted to individual children, a practice known as ‘precision education’. In gathering detailed information, protection of personal data will be essential, requiring sophisticated and secure data management systems.
Präzisionsausbildung Dies ist ein möglicher zukünftiger Ansatz für Lehren und Lernen, der viele individuelle Faktoren jedes Lernenden berücksichtigt und den Lerninhalt an die Bedürfnisse des Kindes anpasst. Um dies zu ermöglichen und effektiv umzusetzen, ist es verständlicherweise notwendig, große Datenmengen zu erheben. Dieser Datenerhebungsprozess hat bereits begonnen, in Form zahlreicher Studien, die die psychologischen und neurologischen Prozesse des Lernens erforschen.
„Individualisierte Lernmethoden würden für alle gelten – jeder Lernende würde maßgeschneidertes Material erhalten.“
Damit personalisiertes Lernen Realität werden kann, muss jeder Lernende seine eigenen Daten bereitstellen, um festzustellen, welche Lernmaterialien am besten zu ihm passen. Es ist wichtig zu betonen, dass individualisiertes Lernen sich von einem standardisierten Lernkonzept unterscheidet. Lernstile Dieser Ansatz basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Präzisionspädagogik hingegen stützt sich auf die besten verfügbaren Erkenntnisse aus einer Vielzahl von Faktoren, darunter Testergebnisse, genetische Daten, die Interessen des Lernenden und Umweltfaktoren.
Einer der wichtigsten erwarteten Vorteile dieses Lernansatzes ist die Identifizierung von Schwierigkeiten. Befürworter of precision education hope that problems would be picked up on much earlier than current practices can manage. This prospect is appealing because extra assistance is thought to be best given as soon as possible to help each child develop important skills.
“Having an in-depth knowledge of one’s own strengths and weaknesses may allow individuals to choose whether to develop their weak areas or further their abilities in their strong areas.”
Doch nicht nur Lernende mit Schwierigkeiten profitieren davon. Auch Lernende ohne besondere Probleme profitieren von der Anpassung der Lernmaterialien an die individuellen Bedürfnisse. Individualisierte Lernmethoden stehen allen Lernenden zur Verfügung – jeder erhält maßgeschneiderte Materialien.
Gezielte Bildung kann Lernenden mehr Wahlmöglichkeiten eröffnen – insbesondere Jugendlichen, die später in der Schule selbst entscheiden können, auf welche Fächer sie sich konzentrieren möchten. Ein tiefes Verständnis der eigenen Stärken und Schwächen ermöglicht es, gezielt an den Schwächen zu arbeiten oder die Stärken weiter auszubauen. Dies ist hilfreich bei der Berufswahl und dem Erwerb der für bestimmte Berufe notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse. Auch Erwachsene profitieren davon: Sie können besser einschätzen, welche Bereiche sie weiterentwickeln möchten, und ihr Lernen gezielter gestalten, da sie wissen, wo sie stehen und wo sie hinwollen.
Bei einem individualisierten Ansatz kann die Anpassung des Lerninhalts häufiger erfolgen. In einem maßgeschneiderten Lernprogramm würde das Material schnell an die Bedürfnisse des Lernenden angepasst.
The potential benefit of this is seen when contrasted to a conventional educational system where a child might be in the top maths set and move to the middle set after a term of struggling. Under precision education, the child’s learning materials would change constantly based on their performance, helping them to progress rather than leaving them behind. In a similar vein, personalised programmes or strategies that do more harm than good may be dropped more readily. The continual analysis of individual data would highlight where the learning input is not having the anticipated impact.
“Under a tailored learning programme, material would change quickly to adapt to the needs of the student.”
Pädagogen passen ihre Unterrichtsmethoden bereits jetzt an die individuellen Bedürfnisse der Schüler an, basierend auf den ihnen zur Verfügung stehenden Erkenntnissen und Ressourcen. Präzisionspädagogik ist nicht weit von den aktuellen pädagogischen Praktiken entfernt. Sie erfordert jedoch die Erhebung weiterer Daten, die Analyse von Lernfaktoren, die Erprobung verschiedener Interventionen und eine kontinuierliche Auswertung. Wie dieser Prozess in der Praxis aussehen könnte, ist derzeit noch unklar.
A very strong scientific understanding of the mechanisms that influence learning will be the first step towards the realisation of precision education. But, it will likely also require continued engagement with researchers, and technologies (such as complex computer programmes) that may prove expensive.
„Die kontinuierliche Analyse der Einzeldaten würde aufzeigen, wo die Lernmaßnahmen nicht die erwartete Wirkung erzielen.“
Crucially, precision education will require buy-in from parents who will understandably have concerns about the use of their children’s data. Discussions surrounding privacy and security with policy makers, teachers, and parents will be essential. Data protection will be absolutely critical, requiring secure data management systems.
Eine ideale, auf Präzision ausgerichtete Bildung würde Lehrenden und Lernenden ein tieferes Verständnis der Bedürfnisse und des Lernfortschritts ermöglichen. Dies würde zu einer größeren Auswahl an zu entwickelnden Fähigkeiten und Kenntnissen führen und somit ein erfüllendes Lernerlebnis und eine erfolgreiche Zukunft gewährleisten.
Die für eine präzise Ausbildung erforderlichen Schritte
- Die Mechanismen vieler Faktoren, die das Lernen beeinflussen, erforschen
- Testing the effectiveness of different types of educational input for different learners
- Anpassung der Materialien an die einzelnen Lernenden
- Constantly adjusting materials based on progress and changing needs
Fußnoten
Dieser Beitrag ist die Fortsetzung einer Einführung zu Präzisionsausbildung.
4 Kommentare
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Ein wirklich faszinierender Beitrag. Die potenziellen Vorteile der Erhebung detaillierter Lernerdaten werden überzeugend dargelegt. Es handelt sich jedoch um einen enormen Paradigmenwechsel mit potenziellen Nachteilen.
Dennoch liegt für mich die größte Chance dieser Entwicklung in der frühzeitigen Erkennung von Schwierigkeiten. Je früher wir Daten zur individuellen Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten erheben können, desto besser – allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Die kindliche Entwicklung verläuft zwar im Allgemeinen nach einem bestimmten Muster, der genaue Zeitpunkt variiert jedoch individuell, mitunter erheblich. Zunächst muss klar sein, dass jede Entwicklungsverzögerung tatsächlich ein Problem darstellt. Andernfalls könnte dies das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und Ängste beim Kind und seiner Familie auslösen. Vergleicht man beispielsweise die Erfahrungen von Kindern beim Lesenlernen an englischen Schulen mit denen an finnischen Schulen, so gibt es zahlreiche, durch umfangreiche Studien belegte Stimmen, die belegen, dass zu viel Druck in der frühen Kindheit hier schädlich und kontraproduktiv sein kann.
Ich las mit Interesse, dass „die kontinuierliche Analyse individueller Daten aufzeigen würde, wo die Lerninhalte nicht die erwartete Wirkung erzielen“. Der Begriff „erwartete Wirkung“ wirft einige interessante Fragen auf. Erwarten wir, dass alle Lernenden in gleicher Weise beeinflusst werden? Sind alle Lernenden tatsächlich in der Lage, auf bestimmte Lerninhalte zu reagieren?
Die hier angestrebte Entwicklung einer personalisierten Pädagogik impliziert einen exponentiellen Anstieg des Umfangs, der Komplexität und des Detaillierungsgrads der erhobenen und verarbeiteten Daten. Wie bereits erwähnt, würden einige dieser Daten von den Schülern selbst stammen, ich vermute jedoch, dass die meisten aus kontinuierlichen Beurteilungen und Tests resultieren würden. Ich nehme an, dass dies letztendlich zu einer deutlich höheren Bildschirmzeit führen wird, mit der junge Menschen umgehen müssen. Als Großelternteil eines Kindes in der 7. Klasse, dem es wichtig ist, den Bildschirmkonsum zu begrenzen, frage ich mich, wie sich die Entwicklung individualisierter Lernmethoden auf diese Entscheidung auswirken wird.
Sie schreiben: „Präzisionspädagogik ist gar nicht so weit von den heutigen Bildungspraktiken entfernt.“ In mancher Hinsicht stimme ich Ihnen zu. Da der beste Unterricht und damit das effektivste Lernen potenziell durch die Nutzung qualitativ hochwertiger Daten zu einzelnen Lernenden verbessert werden kann, ahmt Präzisionslernen die gegenwärtigen Praktiken nach (und erweitert sie erheblich). Mein Widerspruch betrifft jedoch den Paradigmenwechsel, den ein solcher Schritt erfordern würde.
Präzisionspädagogik beinhaltet ein hochkomplexes Zusammenspiel von riesigen Datenmengen und deren rascher Analyse. Meiner Ansicht nach ist nicht nur unklar, wie dieser Prozess in der Praxis funktionieren könnte, sondern es ist auch fraglich, ob der Preis für Datensicherheit, erhöhte Bildschirmzeit der Lernenden und die damit verbundenen Kosten gerechtfertigt ist, sollte diese Methode jemals verfügbar werden. Abschließend hoffe ich, dass sich im Zuge dieser Arbeit auch Möglichkeiten zur Diskussion der Vor- und Nachteile ergeben werden.
Hallo John,
Danke für Ihren Kommentar. Sie haben völlig Recht, dass die Diskussion sich um mögliche Probleme dieses Ansatzes drehen muss. Ben Williamson’s post auf die BOLD Im Blog wird die Problematik und die Risiken der Präzisionspädagogik hervorgehoben, und wir kommen beide zu dem Schluss, dass interdisziplinäre Diskussionen unerlässlich sein werden.
Ihre Ansicht, dass die größte Chance in der frühzeitigen Erkennung von Schwierigkeiten liegt, deckt sich mit der von mir gelesenen Fachliteratur. Ich stimme Ihnen zu, dass wir vorsichtig sein müssen, Probleme zu diagnostizieren, wenn ein Kind lediglich eine langsamere Entwicklung ohne spezifische Schwierigkeiten aufweist. Dennoch können wir diesen Kindern möglicherweise helfen, schneller Fortschritte zu erzielen, was ihr Selbstwertgefühl stärken und Ängste abbauen kann. Mit mehr Daten werden wir die von Ihnen aufgeworfenen Fragen beantworten können, wie unterschiedliche Lerner auf verschiedene Arten von Lerninhalten reagieren.
Was die Bildschirmzeit angeht, gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine Begrenzung der Bildschirmzeit sinnvoll ist. Eine hervorragende Zusammenfassung dazu finden Sie im Guardian von Amy Orben. Auch ist es nicht zwangsläufig so, dass Präzisionslernen mehr Bildschirmzeit erfordert – momentan lässt sich noch schwer vorstellen, wie genau dieser Ansatz funktionieren wird, aber ich glaube nicht, dass Befürworter von Präzisionslernen behaupten würden, dass alle Unterrichtsstunden und Prüfungen bildschirmbasiert sein sollten.
Dennoch ist dies natürlich eine berechtigte Sorge, ebenso wie Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Kosten.
Like you, I think it is important that we continue to involve as many people in the discussion as possible, because many of these technologies will be coming our way and we need to be prepared.
Hallo Annie, ich bin's wieder. Ich glaube, wir haben die Verantwortung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um alle jungen Menschen zu lebenslangem Lernen zu motivieren. Technologie spielt dabei zweifellos eine wichtige Rolle. In den USA ist man uns in der Erforschung und Nutzung ihrer Möglichkeiten im Bereich des personalisierten Lernens voraus. Ich folge der amerikanischen Autorin Nancy Bailey. Sie schreibt regelmäßig über die Entwicklungen in den USA. Vielleicht findest du einige ihrer Blogbeiträge zu diesem Thema interessant. Hier sind ein paar Links, falls du Zeit hast.
https://nancyebailey.com/2018/01/18/elephant-in-the-room-its-the-tech-takeover-not-common-core/
https://nancyebailey.com/2018/05/16/the-danger-of-online-or-any-pre-kindergarten-assessment/
https://nancyebailey.com/2018/05/06/beware-of-tech-titans-bearing-gifts/
[…] in ways best suited to each individual student. Advocates of precision education also suggest that complex computer programmes may be required to process these vast troves of data in order to personalize the learning […]