Eine gemeinsame Sprache schaffen
Lehrer und Wissenschaftler tauschen sich aus, um ihr Fachwissen zu teilen.
Oft wird angenommen, dass eine gemeinsame Sprache zwischen Lehrkräften und Wissenschaftlern die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in den Unterricht erleichtert. Man erhofft sich dadurch letztendlich eine Verbesserung der Unterrichtspraxis. Doch die Schaffung eines neuen Vokabulars ist nicht notwendig; vielmehr ermöglichen Wissensaustausch und klare Kommunikation ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Lehrkräften und Wissenschaftlern.
Lehrer zu befähigen, die besten wissenschaftlichen Erkenntnisse anzuwenden, ist ein zentrales Ziel von pädagogische NeurowissenschaftenDie Entwicklung einer gemeinsamen Sprache – eines gemeinsamen Vokabulars – gilt als wichtiger Weg, um sicherzustellen, dass Lehrkräfte Zugang zu relevanter Forschung erhalten und Wissenschaftler ihre Forschung an die Bedürfnisse des Unterrichts anpassen können. Wenn Wissenschaftler und Lehrkräfte eine klare und für beide Seiten verständliche Sprache verwenden, werden sie einander besser verstehen.
Wenn Lehrkräfte die sprachlichen Mittel besitzen, um die spezifischen Bedürfnisse ihrer Schüler zu beschreiben, wird es ihnen leichter fallen, relevante Informationen zu finden. Wenn eine Lehrkraft beispielsweise weiß, dass ein Schüler Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis hat, kann sie gezielt nach geeigneten Unterstützungsangeboten suchen. Materialien wie man diese Schüler am besten unterstützen kann.
Ein weiterer Vorteil der Vertrautheit von Lehrkräften mit der wissenschaftlichen Sprache besteht darin, dass sie möglicherweise besser in der Lage sind, eigene Forschung betreibenund ordnet es in die bestehende wissenschaftliche Literatur ein. Wenn beispielsweise ein Lehrer eine Studie durchführen möchte, um herauszufinden, ob Interleaving Wenn sie in Mathematik erfolgreich sind, können sie die notwendige wissenschaftliche Sprache verwenden, um wissenschaftliche Arbeiten zu finden, die ihren Interessen entsprechen.
Schließlich kann ein Verständnis der von Forschern verwendeten Sprache Lehrkräften ermöglichen, ihren Schülern die Wissenschaft des Lernens erklären. effektiver. Die Schüler wiederum können ihren eigenen Lernprozess besser verstehen und somit effektivere Strategien zum Erinnern anwenden.
„So wie die wissenschaftliche Sprache für Lehrer abschreckend wirken mag, kann die von Lehrern verwendete Sprache für Wissenschaftler kompliziert und intransparent erscheinen.“
Auch Wissenschaftler können von einer gemeinsamen Sprache mit Lehrern profitieren; dabei geht es nicht nur darum, dass Lehrer die Sprache der Wissenschaftler erlernen. Auch Lehrer kommunizieren in Fachvokabular, beispielsweise in Bezug auf Schulprozesse, Lehrpläne, Prüfungen und Qualifikationen.
So wie die Fachsprache für Lehrkräfte abschreckend wirken kann, erscheint auch die von Lehrkräften verwendete Sprache Wissenschaftlern oft kompliziert und undurchsichtig. Ein gutes Verständnis dieser Begriffe und der damit verbundenen Prozesse kann Forschern helfen, sicherzustellen, dass sie praxisnah und unterrichtsorientiert arbeiten.
Wenn Forschende die Bildung wirklich beeinflussen wollen, müssen sie den Kontext verstehen, in dem Lehrkräfte arbeiten. Dazu gehört auch das Verständnis der Fachsprache. Mit einem tieferen Einblick in den schulischen Alltag können Wissenschaftler:innen neue Forschungsideen entwickeln oder besser einschätzen, wie sich ihre Forschungsergebnisse im Schulalltag umsetzen lassen.
„Durch einen besseren Einblick in das schulische Umfeld könnten Wissenschaftler neue Ideen für ihre Forschung entwickeln oder ein besseres Gespür dafür gewinnen, wie sich ihre Forschungsergebnisse im schulischen Kontext umsetzen lassen.“
Austausch von Expertenwissen
Die potenziellen Vorteile eines besseren gegenseitigen Verständnisses zwischen Wissenschaftlern und Lehrern sind enorm. Doch wie diese Beispiele zeigen, geht es hier nicht wirklich um die Schaffung einer gemeinsamen Sprache, da keine neue eingeführt wird. Die Entwicklung eines neuen, gemeinsamen Vokabulars wäre schwierig, da es in der Wissenschaft und im Bildungswesen bereits etablierte Ausdrucksweisen gibt.
Was dieses gesteigerte Verständnis verschiedener Sprachen vielmehr antreibt, ist Wissensaustausch und Kommunikation. Das bedeutet, Fachwissen und die dazugehörige Fachsprache auszutauschen. Ziel ist es, Konzepte und Prozesse aus der jeweiligen Perspektive zu verstehen. Sowohl Lehrende als auch Wissenschaftler sollten daher auf Klarheit achten, Abkürzungen definieren und bei Unklarheiten nachfragen.
„Wenn Experten klar sprechen und ihr Wissen teilen, wird die pädagogische Neurowissenschaft Fortschritte erzielen.“
Um diesen Prozess zu unterstützen, bedarf es eines einfachen Zugangs zu Materialien, die verschiedene Begriffe verständlich machen, sowie des Verständnisses, dass Wissenschaftler und Lehrkräfte dieselben Begriffe mitunter leicht unterschiedlich verwenden. Beispielsweise könnte ein Wissenschaftler das Wort „Lernen“ verwenden, um … zu beschreiben. neuronale Veränderungen als Reaktion auf UmwelteinflüsseEin Lehrer könnte den Begriff hingegen verwenden, um den Erwerb einer neuen Fähigkeit zu beschreiben.
Es gibt immer mehr Beispiele für Wissensaustausch. Konferenzen, InternetquellenGemeinsame Forschungsprojekte bringen Lehrkräfte und Wissenschaftler zusammen, damit sie ihr Wissen austauschen und die Sprache des jeweils anderen lernen können. Ein verstärkter Wissensaustausch verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Informationen verloren gehen. lost in translation.
Wenn Experten klar sprechen und ihr Wissen teilen, kann die Bildungsneurowissenschaft Fortschritte erzielen, sodass Bemühungen zur Verbesserung von Lehre und Lernen die bestmöglichen Chancen erhalten.