Wie entlarvt man neurologische Mythen im Bildungswesen? Betonen Sie, was funktioniert.
Im aktuellen YouTube UmfrageDie Learning Agency befragte Lehrer zu ihren Meinungen über beide widerlegten pädagogischen Behauptungen (Neuromythen) und evidenzbasierten Lernstrategien. Die Online-Umfrage erreichte 203 US-amerikanische Teilnehmende, von denen 79 % Lehrkräfte an öffentlichen oder privaten Schulen der Primar- und Sekundarstufe waren. Auch Unterstützungspersonal (18 %) und Verwaltungsangestellte (3 %) nahmen teil.
Die Umfrage zeigt, dass Neuromythen weiterhin weit verbreitet sind. So stimmten beispielsweise 77 % der Befragten dem gängigen Neuromythos zu, dass Menschen entweder rechtshemisphärisch (kreativ, emotional, visuell-räumlich) oder linkshemisphärisch (logisch, analytisch, verbal) veranlagt seien und dass diese Unterscheidung ihr Lernen beeinflusse. Tatsächlich beruht der Großteil des Lernens auf der Zusammenarbeit beider Hemisphären, auch wenn einige kognitive Prozesse lateralisiert ablaufen. Am wichtigstenIndividuen weisen keine generelle Dominanz einer Hemisphäre über die andere auf.
97 % der Befragten stimmten auch dem Neuromythos zu, dass Unterricht effizienter sei, wenn das Unterrichtsmaterial auf die Lernstile der Schüler (visuell, auditiv oder kinästhetisch) zugeschnitten werde. Diese Einigkeit ähnelt auffallend einer vor einigen Jahren in der Vereinigtes Königreich, Niederlande, Türkei, Griechenland, China, Schweizund SpanienExperten warnen davor, dass Ansatz der „Lernstile“ verbessert das Lernen nicht. Dennoch unterstreichen sie die Relevanz von Vereinigung verschiedene Formate zur Darstellung von Informationen, eine evidenzbasierte Strategie namens Dual-Codierung.
Lehrkräfte, die „Lernstile“ befürworten, wenden möglicherweise Dual Coding an (da sie Materialien verwenden, die verschiedene Modalitäten ansprechen), laufen aber auch Gefahr, Schülerinnen und Schüler anhand ihres vermeintlichen Lernstils in Schubladen zu stecken und die Logik hinter Dual Coding nicht zu verstehen. Tatsächlich glaubten nur 38 % der Befragten, dass ein Diagramm mit integriertem Text (eine Dual-Coding-Strategie) effektiver für das Lernen sei als ein Diagramm und ein Text, die getrennt präsentiert werden.
„Diese Beispiele verdeutlichen die Notwendigkeit, Neuromythen durch bessere Erklärungen und eine breitere Verbreitung evidenzbasierter Lernstrategien zu bekämpfen. Die Entkräftung von Neuromythen an sich kann als negativ und entmutigend wahrgenommen werden.“
Diese Beispiele verdeutlichen die Notwendigkeit, Neuromythen durch bessere Erklärungen und eine breitere Verbreitung evidenzbasierter Lernstrategien zu bekämpfen. Die Entkräftung von Neuromythen an sich kann negativ und entmutigend wirken. Schließlich sind Neuromythen aus gutem Grund verlockend: Sie scheinen den Bedürfnissen von Lehrkräften entgegenzukommen. Beispielsweise bietet das Konzept der „Lernstile“ scheinbar eine praktische Lösung für individuelle Unterschiede im Klassenzimmer. Der Mythos spiegelt die Praxis der Lehrer wider und erscheint relativ logisch.
Die gute Nachricht ist, dass viele evidenzbasierte Lernstrategien auch logisch und in der Unterrichtspraxis gut verankert sind. Beispielsweise wurden zwei Strategien, die die Mehrheit der Befragten in der Umfrage der Learning Agency als effektiv einstufte, als … Ausarbeitung (Verknüpfung neuer Informationen mit anderen Informationen und/oder Vorwissen) und Metakognition (Reflexion über das eigene Verständnis und die eigenen Problemlösungsstrategien).
Allerdings können manche evidenzbasierte Strategien eher kontraintuitiv erscheinen, wie zum Beispiel Interleaving, eine Praxis, bei der der Lehrer verschiedene Aufgabentypen mischt, anstatt Aufgaben ähnlicher Art zusammen zu präsentieren (SperrungInterleaving mag zunächst verwirrend erscheinen, kann aber langfristig vorteilhaft sein. Dennoch glaubten nur 35 % der Befragten einer Umfrage der Learning Agency, dass Interleaving effektiver sei als Blocking. Dieses Ergebnis verdeutlicht den Bedarf an einer besseren Kommunikation der zugrundeliegenden Mechanismen dieser Strategie.
„Neuromythen und evidenzbasierte Erkenntnisse der Kognitionswissenschaft existieren nebeneinander im Repertoire von Lehrern, weil beide aus dem Bedürfnis entstehen, Lernprozesse zu verstehen und den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden.“
Neuromythen und evidenzbasiertes Wissen in der Kognitionswissenschaft koexistieren Im Repertoire von Lehrkräften sind formale Ansätze wichtig, da sie beide dem Bedürfnis entspringen, Lernprozesse zu verstehen und den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. Wie können Pädagogen die Spreu vom Weizen trennen? Lehrkräfte streben nach einem tieferen Verständnis durch formale Ansätze. Hochschulausbildung und Kongressbegleitung sowie aus informellen Beziehungen zu Gleichaltrigen und Schulnetzwerken. Kompetente Ansprechpartner in diesen Bereichen sind entscheidend, um wissenschaftliche Hintergrundinformationen zugänglich zu machen. Im Internet, EEF-Lehrmaterial und der Website von Learning Scientists scheinen wertvolle Ressourcen zu sein.
Forscher ihrerseits müssen die kognitiven Verzerrungen, die Neuromythen zugrunde liegen, weiter untersuchen, um ihnen mit evidenzbasierter Forschung entgegenzuwirken. Sie sollten auch in der Lage sein, die Grenzen und potenziellen Missverständnisse im Zusammenhang mit Lernstrategien aufzuzeigen. Beispielsweise könnte Dual Coding ineffizient sein, wenn die verbalen und visuellen Informationen nicht kohärent sind. Neben der Entkräftung von Neuromythen sollten Lehrkräfte mit folgenden Themen konfrontiert werden:was Werke„kann dazu beitragen, Vertrauen zwischen den beiden Gemeinschaften aufzubauen.“