Die Anwendung neurowissenschaftlicher Forschung im Unterricht ist ein neues und spannendes Unterfangen. Dank stetig fortschreitender Technologien, die es uns ermöglichen, das denkende Gehirn bildlich darzustellen, wissen wir mehr denn je darüber, wie Schüler lernen. Doch die Umsetzung dieser Erkenntnisse in den Unterricht ist nicht einfach.

Fußnoten

Referenzen

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3 Kommentare

    1. Vielen Dank für Ihre interessanten Gedanken!

      Unser Blogbeitrag behauptet jedoch nicht, dass die Neurowissenschaften „schnelle Erkenntnisse und Lösungen liefern, die sofort im Bildungssystem und in Lehrprogrammen umgesetzt werden können“.

      Dies ist vielmehr eines unserer Beispiele für die (überzogenen) Erwartungen an die pädagogische Neurowissenschaft.

  1. Der Weg an die Spitze der nächsten Generation gehört denen, die denken können. Es geht um kognitives Kapital. Als Grundschulleiterin war ich 16 Jahre lang frustriert, jährlich über 200 Förderplangespräche zu führen und dabei praktisch keine Fortschritte bei den Schülern zu sehen. Doch als mein Lehrerteam und ich begannen, uns mit Neurowissenschaften auseinanderzusetzen und sie in unsere Unterrichtspraxis – sowohl in der Gestaltung des Lernumfelds als auch im Bereich der Vermittlung von Denkfähigkeiten – einfließen zu lassen, musste ich mich nicht länger mit ständig wechselnden Verhaltensauffälligkeiten herumschlagen, und die Leistungen der Schüler verbesserten sich deutlich. Zunächst stellten wir fest, dass wir mehr Lerninhalte in den Unterricht integrieren konnten. Als wir dann begannen, Denkfähigkeiten parallel zu den Fachinhalten zu vermitteln, bemerkten wir, dass die Schüler mehr Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen, auch im Hinblick auf ihre Bildung, übernahmen. Obwohl alle Menschen über definierte neuronale Potenziale verfügen, können wir nicht annehmen, diese zu kennen. Indem wir neurowissenschaftliche Prinzipien in unsere Praxis einbeziehen, verfeinern und schärfen wir ihr Denken und geben ihnen so die besten Chancen für ihre Zukunft.

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