Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sozial nützliches Fernsehen und mobile Apps ein wirksames Hilfsmittel zur Förderung der emotionalen Kompetenz junger Kinder darstellen.

Gefühle können für kleine Kinder überwältigend und verwirrend sein. Und solange sie nicht lernen, sie auszudrücken und zu regulieren, kann der Umgang mit intensiven Emotionen eine frustrierende Erfahrung sein. Ein wichtiger Weg, auf dem Kinder emotionale Kompetenz entwickeln, ist durch das emotionale Verhalten der Menschen in ihrer Umgebung beobachten und nachahmen, wie beispielsweise ihre Eltern und Lehrer. In einem StudieForscher beleuchten die unterstützende Rolle, die prosoziale Bildungsmedien in diesem Sozialisationsprozess spielen können, und den positiven Einfluss dieser Medien auf die emotionale Entwicklung junger Kinder.

Es gibt viele Möglichkeiten für Eltern, ihre Kinder aktiv bei der Nutzung von Lernmedien zu unterstützen. „Anstatt nur passiv zu beobachten, können Eltern aktiv teilnehmen, indem sie sich mit ihren Kindern über die Inhalte austauschen. Sie können Fragen stellen und auf positives Verhalten der Figuren hinweisen“, so Eric Rasmussen, der Leiter der Studie.

„Daniel Tigers Nachbarschaft“ ist eine effektive, sozialverträgliche Lern-App für Mobilgeräte.

 Die Studie begann damit, dass 121 Kinder im Alter von drei bis vier Jahren aus drei US-amerikanischen Ballungsräumen nach dem Zufallsprinzip einer von drei möglichen Medienkombinationen zugeordnet wurden:

  1. Prosoziales Fernsehprogramm „Daniel Tigers Nachbarschaft“ und die dazugehörige mobile App
  2. Kommerzielles Fernsehprogramm 'Bubble Guppies' (das Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen lehrt) und seine mobile App
  3. Das kommerzielle Fernsehprogramm „Bubble Guppies“ und die mobile App „Daniel Tiger's Neighborhood“.

Mit Unterstützung ihrer Eltern sollten die Kinder zwei Wochen lang täglich mindestens zehn Minuten lang eine Folge einer ausgewählten Fernsehsendung ansehen und eine bestimmte mobile App nutzen. Zu Beginn der Studie sowie nach zwei und sechs Wochen wurden ihr Wissen über Emotionen und ihre Anwendung von Strategien zur Emotionsregulation getestet. Die Forscher erfassten außerdem, wie häufig die Eltern während der Studie aktiv eingriffen.

„Anstatt nur passiv zu beobachten, können Eltern aktiv teilnehmen, indem sie mit ihren Kindern interaktive Gespräche über die Inhalte von Bildungsmedien führen.“

Die Forscher stellten vielversprechend fest, dass Vorschulkinder im Alter von drei bis vier Jahren, die die sozialpädagogische App „Daniel Tigers Nachbarschaft“ nutzten, Emotionen wie Traurigkeit, Wut und Enttäuschung mithilfe der in der App vermittelten Strategien besser regulieren konnten als Kinder, die eine herkömmliche Lern-App verwendeten. Dieser Unterschied zeigte sich jedoch erst etwa einen Monat nach Abschluss des Mediennutzungsteils der Studie. Dies deutet darauf hin, dass Kinder möglicherweise mehr Zeit benötigen, um das durch Medien Gelernte zu verarbeiten, bevor sie es anwenden können.

Die Studie ergab außerdem, dass die Kinder die emotionsbezogenen Inhalte der App verstehen konnten, wenn sie selbstständig damit interagierten; eine Anleitung durch die Eltern war nicht unbedingt erforderlich.

Verbesserung von mobilen Bildungs-Apps

Hochwertige, sozialverträgliche Lern-Apps wie „Daniel Tigers Nachbarschaft“ sind jedoch schwer zu finden. „Nur wenige der heute verfügbaren Apps wurden einer gründlichen empirischen Studie unterzogen, um ihren pädagogischen Wert zu evaluieren“, erklärt Rasmussen. Daher könnten die Erkenntnisse aus der Studie zur App „Daniel Tigers Nachbarschaft“ hilfreich sein, um die Gestaltung sozialverträglicher Lern-Apps zu verbessern.

Die Studie ergab beispielsweise, dass Kinder sich besser mit nicht-menschlichen Charakteren in einer App wie „Daniel Tigers Nachbarschaft“ identifizieren können, wenn diese in sozial bedeutsame Interaktionen eingebunden sind. „Die Figur Daniel Tiger ist für Vorschulkinder sozial bedeutsam, weil er Erfahrungen macht, die sie selbst erwarten würden, und die Emotionen erlebt, die sie erwarten würden. Er befindet sich außerdem in sozialen Situationen, in denen sich kleine Kinder typischerweise wiederfinden, wie zum Beispiel beim Arzt oder auf einer Geburtstagsfeier“, erklärt Rasmussen.

„Nur sehr wenige der heute verfügbaren Apps wurden einer strengen empirischen Untersuchung unterzogen, um ihren pädagogischen Wert zu bewerten.“

Bildungsmedien können soziale Interaktion nicht ersetzen.

Obwohl sich sozialverträgliche Bildungsmedien wie „Daniel Tigers Nachbarschaft“ als wirksame Instrumente erwiesen haben, mit denen Eltern die emotionale Entwicklung ihrer Kinder fördern können, ersetzen sie nicht die Lernerfahrung realer sozialer Interaktion. „Damit Kinder emotionale Kompetenz entwickeln, ist es wichtig, dass sie regelmäßig angemessene emotionale Verhaltensweisen erkennen, nachahmen und üben können“, erklärt Rasmussen.