Können Videospiele gut für die Gehirngesundheit sein?
Früher glaubte man, Videospiele würden die Gehirne unserer Kinder verfaulen lassen, doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall ist.
Heutzutage dürfte es schwerfallen, ein Kind oder einen Jugendlichen zu finden, der nicht Videospiele spielt – sei es auf dem Smartphone, Computer oder der Spielkonsole. Viele Neurowissenschaftler glauben mittlerweile, dass die negativen Vorurteile, die dem Gaming früher anhafteten – als Zeitvertreib für sozial unbeholfene oder unreife Menschen –, nicht mehr zutreffen.
Neuere Forschungsergebnisse zum Gehirn widerlegen das Ammenmärchen, dass Videospiele das Gehirn schädigen – im Gegenteil, sie können sogar das Lernen fördern. Studien der letzten zehn Jahre haben ergeben, dass… Verbesserungen der kognitiven Funktion mit dem Spielen von Videospielen verbunden sind, wie z. B. Verbesserungen der Verarbeitungsgeschwindigkeit, des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit.
Videospiele beinhalten meist aktive Lernformen Durch Übung und aktives Handeln, nicht durch passives Zuschauen und Zuhören. Zudem stößt der Spieler im Laufe des Spiels häufig auf einen steigenden Schwierigkeitsgrad, was zu ständigen Herausforderungen und den damit verbundenen Belohnungen führt.
„Es herrscht in der Fachwelt eindeutig Einigkeit darüber, dass Videospiele einen Einfluss auf die Leistung in einer Reihe verschiedener kognitiver Bereiche haben“, sagte er. Craig Stark„Angesichts des enormen Wachstums der Videospielindustrie bedeutet dies mehr Konsumenten, mehr Geld, bessere Spiele, bessere Hardware – und das eröffnet unzählige Möglichkeiten“, so ein Professor für Neurobiologie und Verhalten an der University of California, Irvine.
Eine dieser Möglichkeiten besteht darin, das Potenzial von Videospielen für Bildungszwecke zu nutzen. Der fesselnde und unterhaltsame Charakter von Videospielen spricht Kinder und Jugendliche an, im Gegensatz zu der oft eintönigen Software, die ausschließlich zu Bildungs- oder Gehirntrainingszwecken entwickelt wurde.
Stark veröffentlichte beispielsweise eine Studie In seiner Studie untersuchte er, wie Videospiele das Gedächtnis junger Erwachsener verbessern und deren Gehirnaktivität anregen können. Dazu nutzte er ein 3D-Videospiel, das die Spieler in eine virtuelle Fantasiewelt entführte – konkret „Super Mario 3D World“. Teilnehmer im Alter von 18 bis 22 Jahren mit wenig bis gar keiner Spielerfahrung spielten das Spiel täglich 30 Minuten lang. Nach zwei Wochen verbesserte sich die Gedächtnisleistung der 3D-Spielgruppe um 12 Prozent, während die Kontrollgruppe keine signifikanten Verbesserungen zeigte.
Ein möglicher Weg zu einer erfolgreichen Implementierung von Videospielen in Schulen liegt daher in der Entwicklung immersiver Software, die Schüler zu begeistertem Engagement anregt. Basierend auf diesen und weiteren Ergebnissen sind Pädagogen der Ansicht, dass beginnen zusammenzuarbeiten mit Spieledesignern, um Videospiele zu entwickeln, die beide Ziele erreichen – fesselnde, unterhaltsame virtuelle Welten, die den Schülern auch dabei helfen, ihre Lernziele zu erreichen.
„Da Computer immer leistungsfähiger werden und mittlerweile fantastische oder reale Umgebungen detailgetreu darstellen können, eröffnen sich dadurch ganz neue Möglichkeiten“, sagte Stark. „Es hat viele positive Auswirkungen, wenn man etwas zum Erkunden und Lernen hat.“