Etwa ein Drittel der Jugendlichen mobbt Gleichaltrige, ein Drittel ist selbst Opfer, so die Aussage. weltweite ForschungMobbing, das in Form von körperlicher Gewalt, verbalen Beleidigungen oder Drohungen oder Cyberangriffen auftreten kann, kann erhebliche Folgen haben. negative Konsequenzen Für die Opfer bedeutet dies unter anderem ein höheres Risiko für Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen und Selbstverletzungen.

Izabela Zych, ein außerordentlicher Professor für Psychologie an der Universität Córdoba, zusammen mit Manuel P. Eisner, David P. Farrington, Maria Ttofi, Denis Ribeaud und Vicente J. Llorent Die Forscher wollten herausfinden, ob die Rollenverteilung beim Mobbing über die Zeit stabil bleibt oder ob Jugendliche ihre Rolle verändern und dem Mobbing entkommen können. Zych und ihre Kollegen nutzten dafür Daten aus der Zürcher Projekt zur sozialen Entwicklung von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter (z-Proso), eine Längsschnittstudie unter der Leitung von Manuel P. EisnerDas Projekt begann mit Kindern, die 2008 in die erste Klasse der Grundschule kamen. Die Schüler beantworteten anschließend alle zwei Jahre, im Alter von 11 bis 17 Jahren, Umfragefragen.

An der Studie nahmen 916 Kinder (jeweils gleich viele Jungen und Mädchen) aus kulturell und ethnisch vielfältigen Familien an 56 öffentlichen Schulen in Zürich, Schweiz, teil. Die Daten wurden über sechs Jahre hinweg zu vier Zeitpunkten mittels schriftlicher Befragungen erhoben. Die Schüler wurden gefragt, ob sie in verschiedenen Umgebungen wie Schule, Zuhause, Nachbarschaft oder Internet Mobbing durch Gleichaltrige erlebt oder selbst gemobbt hatten. Die Befragungen fanden im Klassenzimmer mithilfe eines Papierfragebogens statt, die Antworten blieben den anderen Schülern verborgen.

Anhand der tatsächlichen Antwortmuster der Schülerinnen und Schüler stellten Zych und ihre Kolleginnen und Kollegen fest, dass zu jedem Erhebungszeitpunkt etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler nicht an Mobbing beteiligt war und dass dies bei 70 Prozent über den gesamten Zeitraum hinweg so blieb. Diejenigen, die beteiligt waren, nahmen die Rollen von Opfer, Täter oder Täter/Opfer ein. In allen Altersgruppen war der Anteil der Täter unter Jungen höher als unter Mädchen, während die Opferrate unter Mädchen höher war. Mit zunehmendem Alter der Teilnehmenden stieg die Täterrate bei Jungen, sank aber bei Mädchen.

Als Forscher untersuchten, wie Schüler im Laufe der Zeit zwischen diesen Rollen wechseln oder Mobbing entkommen könnten, stellten sie fest, dass die meisten Opfer Opfer blieben und die Täter Täter blieben und nur selten zu Opfern wurden. Die kleinste Gruppe, die sowohl Täter als auch Opfer waren, blieb größtenteils in Mobbing verwickelt und wechselte entweder zu Tätern oder zu Opfern.

Insgesamt ging jedoch der Anteil der Kinder, die in Mobbing verwickelt waren, im Alter von 13 bis 17 Jahren zurück, da aggressives Verhalten nimmt tendenziell im Laufe der Entwicklung ab.Daher kann eine frühzeitige Intervention diesen Verlauf beschleunigen. Wichtig ist, dass die Teilnahme der meisten Schüler nur sporadisch und gelegentlich erfolgte und lediglich 15 Prozent über alle Altersgruppen hinweg kontinuierlich teilnahmen.

„Es ist wichtig, Mobbing vorzubeugen und es zu stoppen, bevor es sich verfestigt. Maßnahmen gegen Mobbing sind daher dringend erforderlich.“

„Diese Studie zeigt, dass man sich aus Mobbing befreien kann. Man kann aber auch während der gesamten Jugendzeit darin verstrickt bleiben“, sagte Zych. „Deshalb sind Früherkennung und Intervention so wichtig. Es ist entscheidend, Mobbing vorzubeugen und es zu stoppen, bevor es sich verfestigt. Anti-Mobbing-Maßnahmen sind daher dringend erforderlich.“ Ihre Ergebnisse legen zudem nahe, dass Interventionen effektiver sein könnten, wenn sie sich gezielt an die identifizierten Mobbing-Beteiligten richten, insbesondere an Täter und Opfer, die sich selten vollständig davon lösen.

Die Forscher konzentrieren sich nun auf Risikofaktoren und Schutzfaktoren im Kindesalter, die die Beteiligung von Jugendlichen an Mobbing beeinflussen. Sie untersuchen beispielsweise Zusammenhänge zwischen Familie, Schule und Gleichaltrigen sowie der sporadischen bzw. anhaltenden Beteiligung von Kindern an Mobbing. Zych hofft, dass zukünftige Studien solcher Studien Wege aufzeigen werden, wie Kinder aus Mobbingrollen aussteigen oder sich gar nicht erst daran beteiligen können.