In der frühen Adoleszenz spielen die Beziehungen von Kindern zu Gleichaltrigen eine wichtige Rolle für ihre persönliche Entwicklung. Freundschaften stärken das Selbstwertgefühl, liefern Motivation und akademische Leistungen unterstützen. Kinder, die als anders wahrgenommen werden, haben es jedoch oft schwer, Freundschaften zu schließen und fühlen sich von sozialen Gruppen ausgeschlossen. Dieser Ausschluss kann auf Unterschieden in Bereichen wie kulturellem Hintergrund, Interessen oder sozialer Schicht beruhen.

In einem stark wettbewerbsorientierten akademischen Umfeld, zum Beispiel Kinder, die Schwierigkeiten beim Lernen haben Sie werden häufig von ihren leistungsstärkeren Altersgenossen ausgeschlossen, wodurch Freundschaften zwischen diesen beiden Gruppen weniger wahrscheinlich entstehen. Eine neuere Studie Eine Studie, die sich mit den Interaktionen zwischen leistungsstärkeren und leistungsschwächeren Schülern befasste, zeigt, warum sich dies ändern muss und wie Schulen Freundschaften zwischen Kindern fördern können, die sich in ihrem akademischen Leistungsniveau unterscheiden.

„Diejenigen, die schon in jungen Jahren lernen, Vielfalt zu schätzen, entwickeln sich mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Erwachsenen, die eine inklusivere Perspektive gegenüber Menschen haben, die anders sind.“

Gesteigertes Vertrauen und Mitgefühl für Gleichaltrige

Über ein Jahr hinweg analysierte ein Forschungsteam die gruppenübergreifenden Freundschaften von 1,122 Jugendlichen mit unterschiedlichen schulischen Leistungen aus 61 inklusiven Klassen in der Schweiz. In diesen Klassen erhielten Kinder mit Lernschwierigkeiten zusätzliche Unterstützung von speziell ausgebildeten Lehrkräften für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Schüler wurden zu zwei Zeitpunkten der Studie untersucht: zunächst am Ende der 5. Klasse und dann ein Jahr später, am Ende der 6. Klasse. Zu beiden Zeitpunkten füllten sie einen Fragebogen aus, der die Anzahl ihrer gruppenübergreifenden Freundschaften, ihre Einstellung zur Inklusion sowie ihr Maß an Vertrauen und Sympathie zwischen den Gruppen erfasste.

Die Forscher analysierten die Daten aus diesen Fragebögen und modellierten die Veränderungen von Vertrauen und Sympathie, die sich im Laufe eines Jahres auf individueller Ebene ergaben. Sie untersuchten außerdem, wie diese Veränderungen mit der Einstellung der Studierenden zur Inklusion zusammenhingen.

Sie fanden Wenn leistungsstärkere Kinder mehr Freundschaften über Gruppengrenzen hinweg pflegen, neigen sie eher dazu, leistungsschwächeren Gleichaltrigen zu vertrauen und ihnen Mitgefühl entgegenzubringen. Sie entwickeln generell weniger Vorurteile gegenüber leistungsschwächeren Kindern und zeigen mehr Anteilnahme für sie.

Folglich entwickeln sie eine inklusivere Haltung gegenüber leistungsschwächeren Gleichaltrigen, die sie wahrscheinlich bis ins Erwachsenenalter beibehalten. „Vorurteile verfestigen sich mit dem Alter und sind im Erwachsenenalter tief verwurzelt. In der frühen Adoleszenz entwickeln Kinder ihre Haltung zu Inklusion und Diversität noch. Wer schon früh lernt, Vielfalt zu schätzen, entwickelt sich daher mit größerer Wahrscheinlichkeit zu einem Erwachsenen mit einer inklusiveren Perspektive gegenüber Menschen, die anders sind“, erklärt die Studienleiterin. Jeanine Grütter.

„Ein Lernumfeld, das Kinder dazu ermutigt, Gleichaltrigen mit Lernschwierigkeiten zu vertrauen und ihnen Mitgefühl entgegenzubringen, fördert eine integrative Haltung.“

Förderung gruppenübergreifender Freundschaften im Klassenzimmer

Schulen spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung von Freundschaften zwischen Kindern mit unterschiedlichen schulischen Leistungen. „Freundschaften sind eine persönliche Entscheidung. Lehrkräfte können jedoch Gelegenheiten schaffen, damit Kinder auf positive Weise Kontakte knüpfen können. Gruppenarbeit ist beispielsweise eine hervorragende Möglichkeit für Kinder, sich kennenzulernen“, so Grütter.

Die Schaffung inklusiverer und weniger wettbewerbsorientierter Lernumgebungen bietet Kindern mehr Möglichkeiten, sich über gemeinsame Interessen auszutauschen, anstatt über vergleichbare akademische Leistungen. „Anstatt Kinder zum Wettstreit um die Besten zu drängen, können Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler dazu anregen, sich im Rahmen von Gruppenarbeiten persönlich kennenzulernen. Beispielsweise könnten sie etwas Neues über einen Mitschüler oder eine Mitschülerin herausfinden und dies anschließend der Klasse präsentieren“, erklärt Grütter.

„Schulen sollten die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln und in diesem Sinne Freundschaften zwischen Kindern fördern, die sich voneinander unterscheiden.“

Ein Lernumfeld, das Kinder dazu ermutigt, leistungsschwächeren Mitschülern zu vertrauen und ihnen Mitgefühl entgegenzubringen, fördert eine inklusive Haltung. Wenn Lehrkräfte im täglichen Umgang miteinander ein solches Vertrauen und Mitgefühl vorleben, zeigen ihre Schülerinnen und Schüler mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ähnliches Verhalten und entwickeln insgesamt eine inklusivere Haltung.

„Schulen haben die einzigartige Chance, die Einstellungen in den prägenden Jahren der Adoleszenz so zu beeinflussen, dass Inklusion gefördert wird. Sie sollten die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln und in diesem Kontext Freundschaften zwischen Kindern unterschiedlicher Herkunft unterstützen. Dies wird den Schülerinnen und Schülern helfen, andere zu akzeptieren und Vielfalt sowohl in der Schule als auch in der Gesellschaft insgesamt wertzuschätzen“, so Grütter abschließend.